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Gartensinn-Gartenunsinn.
Eine Winterreise führte mich vor zwei Jahren nach
Namibia. Verbunden mit dem Wunsch, einem sozialen Projekt
zu dienen, fand ich mich in einer Suppenküche in Oshakati
im Ovamboland wieder. Es herrschte Regenzeit. Das Land
zeigte sich im grünsten Grün, der Abendhimmel im
tiefsten Blau, begleitet tags und nachts von starken
Regengüssen, die alles unter Wasser setzten, Wege
unpassierbar machten – sowohl zu Fuß wie auch mit dem
Geländewagen.
Der Regen machte es möglich, das Land zu bewirtschaften.
Wohin ich blickte, erschienen auf kleinen Feldern zarte
Hirsepflänzchen. Am frühen Morgen und am späten
Nachmittag bevölkerten sich die Hirsefelder mit vielen
Menschen – jung und alt. Alle bearbeiten das Land mit
der Hacke, kultivieren Hirse. Die Ernte ernährt die
Familie für ein Jahr. Hirse ist das Grundnahrungsmittel
zu allen Mahlzeiten. In der Suppenküche fragten mich die
Kinder eines Tages, was ich zuhause mache. Ich erzählte
von der Gärtnerei, in der ich schöne Blumen kultiviere
und schöne Gärten für andere Menschen plane. Im Moment
des Erzählens begann ich bewusst über den Aspekt der
Ernte aus dem eigenen Garten nachzudenken.
Welch ein Luxus ist es doch, Gärten zu haben aus Freude
am Schönen.
Der Sinn des Gartens.
Anja Maubach
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