Illertisser Gartenlust 2007 - Kolumnen
 
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08. Anja Maubach | vorherige | nächste |
 

Gartensinn-Gartenunsinn.

Eine Winterreise führte mich vor zwei Jahren nach Namibia. Verbunden mit dem Wunsch, einem sozialen Projekt zu dienen, fand ich mich in einer Suppenküche in Oshakati im Ovamboland wieder. Es herrschte Regenzeit. Das Land zeigte sich im grünsten Grün, der Abendhimmel im tiefsten Blau, begleitet tags und nachts von starken Regengüssen, die alles unter Wasser setzten, Wege unpassierbar machten – sowohl zu Fuß wie auch mit dem Geländewagen.

Der Regen machte es möglich, das Land zu bewirtschaften. Wohin ich blickte, erschienen auf kleinen Feldern zarte Hirsepflänzchen. Am frühen Morgen und am späten Nachmittag bevölkerten sich die Hirsefelder mit vielen Menschen – jung und alt. Alle bearbeiten das Land mit der Hacke, kultivieren Hirse. Die Ernte ernährt die Familie für ein Jahr. Hirse ist das Grundnahrungsmittel zu allen Mahlzeiten. In der Suppenküche fragten mich die Kinder eines Tages, was ich zuhause mache. Ich erzählte von der Gärtnerei, in der ich schöne Blumen kultiviere und schöne Gärten für andere Menschen plane. Im Moment des Erzählens begann ich bewusst über den Aspekt der Ernte aus dem eigenen Garten nachzudenken.
Welch ein Luxus ist es doch, Gärten zu haben aus Freude am Schönen.
Der Sinn des Gartens.


Anja Maubach